Im Rahmen des interkulturellen Bildungsprogramms Erasmus+ hospitierten zwei AFS-Kolleginnen an der "St-Albans-Luke-School in Südengland. 

Hintergrund der Aktion ist das Bestreben der LVR-Anna-Freud-Schule, ihre Mitarbeiter*innen unter interkulturellem Aspekt fortzubilden, strategische Schulpartnerschaften zu unterhalten, sich über bewährte Verfahren auszutauschen und innovative Ideen zu unterstützen. Wie dies konkret aussehen kann, verrät der folgende Erfahrungsbericht.

 


 

Erfahrungsbericht zum Erasmus+ -Programm 

St. Albans, Juli 2017

Von: Barbara Roeder und Minou Ebert

 

Wo waren wir?
Wir haben mit dem Erasmus+ Mobilitätsprojekt die St-Albans-Luke-School in St. Albans (Südengland, Nähe London) besucht. Die Schule ist auf "children with complex needs" ausgerichtet und umfasst die Beschulung von Schülern mit Lernschwierigkeiten - vorrangig aus dem Autismusspektrum. Zusätzlich ist der Schule eine Residenz angegliedert, das Forest-Haus, in dem Schüler aus der nahegelegenen Kinder- und Jugendpsychiatrie unterrichtet werden.

 

Wie verlief der Aufenthalt und was haben wir kennengelernt?
Der Schulleiter der St. Albans-Schule, Paul Johnson, holt uns kurz nach der Ankunft im Hotel ab. In der Schule werden wir herzlich von John Warwick empfangen, den Kontaktpartner des Erasmus-Projektes, der sich im Vorfeld sehr engagiert um unseren Aufenthalt gekümmert hatte. Nach einer ausführlichen Darstellung über die Schulstrukturen und Konzepte wird eine ausgedehnte Schulführung vorgenommen; an den zwei verbleibenden Tagen hospitieren wir intensiv in unterschiedlichen Klassenstufen.

Beim ersten Betreten der Schule fällt uns gleich die gelöste Atmosphäre auf: Es begegnen uns Schüler, die sich entweder alleine oder in kleinen Gruppen mit den sensorischen Elementen an den Gängen und im Garten beschäftigen oder sich in den nach den Kontinenten unterteilten "Lebenswelten" des Schulgebäudes aufhalten, im Streichelzoo die Kleintiere pflegen oder auf der Weide die größeren Tiere beobachten oder sich im Gewächshaus gemeinsam mit Lehrern und Betreuern um die Pflanzen kümmern.

Die Klassenräume sind nach einem Farbkonzept in einem beruhigenden Farbton gehalten und bieten den Kindern Möglichkeiten, sich in Zelte, Sitzsäcke und Ruheecken zurückzuziehen, für längere Phasen kann der Snoozleraum genutzt werden. Ablaufpläne für die jeweiligen Unterrichtsstunden und TEACCH-Pläne für einzelne Kinder sind als strukturgebende Elemente fest integriert.

 

 

 

 

 

 

Schulleiter Paul berichtet engagiert von einem besonderen Anliegen: Den Schülern, die in großer Anspannung und mit vielfältigen Ängsten und motorischer Unruhe in die Schule aufgenommen würden, soll es möglich sein, sich über diese individuellen Möglichkeiten "auszuklinken", Orientierung zu bieten und ein angstfreies Lernlevel zu erreichen. Das Konzept scheint aufzugehen: Im Schulgebäude und der Mensa begegnen uns höfliche Kinder, die Auskunft geben und Wege zeigen. Der spontan miterlebte Feueralarm wird in Reih und Glied, mit vorgegebenen Plätzen für alle Schüler, in völliger Ruhe komplikationslos abgewickelt. Konfliktsituationen in Klassen werden durch klare Ansagen und Verweise auf vorhandene Konsequenzvereinbarungen schnell geklärt. In jeder Klasse werden wir herzlich begrüßt und von den Schülern über ihre Projekte aufgeklärt.

Die Schüler zeigen stolz ihre Arbeiten auf den Tablets, mit denen jeder Schüler ausgestattet ist; im Unterricht wird fast ausschließlich über Smartboard gearbeitet. Es gibt ein elektronisches Klassenbuch, in dem sich jeder Lehrer über Noten, Lerninhalte und Besonderheiten der Schüler informieren kann. Aufgrund der Spanne an Lernniveaus (von Lernbehinderung bis zur Fähigkeit, mittlere Abschlussqualifikationen zu erwerben) und Verhaltensauffälligkeiten werden in einem durchlässigen System unterschiedliche Lerngruppen mit einem unterschiedlichen Grad an Betreuung gebildet, wobei die Zuordnung durchlässig ist und je nach Entwicklung der Schüler angepasst wird. Regelmäßige Hilfeplangespräche und umfassende Entwicklungsdokumentationen sind fester Bestandteil der Schullaufbahn.

 

Fazit:

Der Austausch war für uns sowohl hinsichtlich der erfahrenen Gastfreundschaft und dem vertieften Einblick in das britische Gesundheits- und (Förderschul-)system sehr bereichernd. 

Besonders die Ausdifferenzierung des englischen Schulsystems in Hinblick auf Schüler mit körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen sowie Autismusspektumstörungen und die vielfältigen Mittel und Möglichkeiten zur Förderung haben uns positiv beeindruckt.

 


 

Weiterführende Links:

Die AFS im Bildungsprogram Erasmus+

Anna weltweit unterwegs

St-Albans-Luke-School

 

Bildcredits: AFS

Erfahrungsbericht: EBE / ROE

Text/Red.: KAP

 

 

 

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