AFS und WDR pflegen bereits seit Jahren eine enge Partnerschaft und Kooperation, deren Früchte sich u.a. in der gemeinsamen Musical-Produktion zeigen. Autorin Julia Uehren hat sich für den WDR während der Vorbereitungen in unserer Schule umgesehen, Stimmen eingefangen und einen Artikel mit Blick auf die Chancen des Projektes für die WDR-Azubis geschrieben.

 


"Wir lernen hier in kurzer Zeit unglaublich viel."

Die angehenden WDR-Mediengestalter*innen haben erneut ein Schul-Musical aufgezeichnet – zum ersten Mal nicht mit Übungsequipment, sondern mit moderner Technik aus dem Produktionsalltag.

Die WDR-Azubis in Aktion. Fotocredit: WDR/WDR-Azubis Mebit / VT

Foto 1: Insgesamt 17 Auszubildende im zweiten Lehrjahr haben an dem Projekt teilgenommen.

In der Aula der Anna Freud Schule steht die "Mobile Produktionseinheit" des WDR, sechs Kameras sind auf die Bühne gerichtet. Es herrscht konzentrierte Betriebsamkeit, es ist laut. Bis zur Premiere sind es noch zwei Tage. Man spürt die Vorfreude, aber auch das Adrenalin aller Beteiligten.
Die 17 Auszubildenden sind im zweiten Lehrjahr. Sie arbeiten häufig bei Live-Produktionen mit und übernehmen auch selbst die Verantwortung für größere Ausbildungsprojekte. Aber eine Live-Produktion dieser Größenordnung ist für alle neu. "Die Auszubildenden organisieren die komplette Veranstaltung in eigener Regie", sagt Ausbilder Marco Picchedda. Von der Licht- und Bühnentechnik über Beschallung und Ton bis hin zu Kamera, Audio und Video-Schnitt. "Für die jungen Leute ist das ein sehr komplexes und ganzheitliches Projekt, das ihnen ermöglicht, alle Arbeitsschritte selbständig durchzuführen, die zu einer Produktion gehören – einschließlich Teamarbeit, Planung und Produktionsvorbereitung."

Die WDR-Azubis in Aktion. Fotocredit: WDR/WDR-Azubis Mebit / VT

Foto 2: Ein Besprechungsraum der Schule wurde in einen Regie-Raum umfunktioniert.

"Die Auszubildenden arbeiten mit der Technik, mit der sie später in ihrem Beruf umgehen"

Die WDR-Auszubildenden der Berufe "Mediengestalter*innen Bild und Ton" und "Fachkräfte für Veranstaltungstechnik" unterstützen seit acht Jahren die integrative Anna Freud Schule (AFS) indem sie eine Musical-Produktion technisch begleiten und aufzeichnen. Marco Picchedda begleitet dieses Projekt bereits seit vier Jahren. Neu ist, dass die Auszubildenden dieses Mal nicht mit ihrem Übungsequipment arbeiten, sondern mit moderner Technik aus dem Produktionsbetrieb. "Das ist ein großer Unterschied", sagt Picchedda, "früher hatten wir draußen einen Ü-Wagen stehen, in dem die Ausstattung mittlerweile veraltet ist. Heute haben wir nicht nur neuere Technik, sondern auch viel mehr Material, das aufgebaut werden muss." So haben die Auszubildenden zum Beispiel einen Besprechungsraum in der Schule in einen Regie-Raum umfunktioniert. In dem mit schwarzen Vorhängen provisorisch abgedunkelten Raum können sie auf Monitoren mitverfolgen, was auf der Bühne passiert.

"Der Vorteil ist, dass die Auszubildenden jetzt mit der Technik arbeiten, mit der sie später auch in ihrem Beruf umgehen", sagt Picchedda. "Damit konnten sie vorher nur wenig Erfahrung sammeln. Klar, in einzelnen Projekten haben sie den Technikern schon über die Schulter geschaut und mitgearbeitet, aber sie konnten noch nie selbst die gesamte Verantwortung übernehmen. Das ist bei Live-Sendungen einfach nicht möglich."

Auch Anne Funke, Leiterin der Hauptabteilung Planung und Controlling in der DPT, ist überzeugt, dass die Auszubildenden und der WDR selbst von den Erfahrungen aus diesem Projekt nur profitieren können. "Für uns als DPT ist es wichtig, dass die Auszubildenden möglichst oft und möglichst früh mit modernem Produktionsequipment arbeiten und neben der Ausbildung im Betrieb bei Projekten eigene Erfahrungen an und mit der Technik machen können. Die DPT unterstützt deshalb mit dem nötigen Equipment und mit entsprechendem Fachpersonal."

Die WDR-Azubis in Aktion. Fotocredit: WDR/WDR-Azubis Mebit / VT

Foto 3: Zwei Wochen Vorbereitungszeit haben die Auszubildenden gebraucht, um alle Abläufe und Aufgaben zu planen.

Zwei Wochen gemeinsam auf den großen Auftritt hinarbeiten

Für die Auszubildenden gehört das Projekt zu den Highlights ihrer Ausbildung, erzählt Rebecca Zieseniß. Die angehende Mediengestalterin für Bild und Ton hat bei dem Musical die technische Leitung übernommen: "Wir lernen hier in kurzer Zeit unglaublich viel. Und die Aufführung ist ein echtes Projekt für uns, nicht "nur" ein Schul-Projekt. Wir tragen die Verantwortung dafür, dass die Veranstaltung technisch reibungslos abläuft." Was der Worst Case wäre? "Wenn der Ton weg wäre, der Bildschirm schwarz oder auf der BlueRay am Ende nichts drauf." Erleichterung setze vermutlich erst ein, wenn alle Geräte wieder sicher verstaut sind. "Ich konnte nach dem ersten Tag kaum einschlafen, weil mir so viele Dinge durch den Kopf gegangen sind. Vor allem hatte ich Sorge, dass irgendjemand die Kabel, die wir verlegt haben, abreißt oder darüber stürzt."

Zwei Wochen intensive Vorbereitungszeit haben die Auszubildenden gebraucht, um alle Abläufe und Aufgaben zu planen. Das sei schon sehr anstrengend, aber auch eine tolle Erfahrung, selbst und im Team so etwas auf die Beine zu stellen. Nach der Produktion seien alle ziemlich stolz.

Die WDR-Azubis in Aktion. Fotocredit: WDR/WDR-Azubis Mebit / VT

Foto 4: Die Aufführungen in der Anna Freud Schule ging erfolgreich und ohne Pannen über die Bühne.

"Das Projekt ist ein Beispiel dafür, wie Ausbildung im WDR modern gelebt wird"

"Für die AFS, die Schüler*innen mit Körperbehinderungen, chronischen und psychosomatischen Erkrankungen fördert, ist das Musical der Höhepunkt des Schuljahres. "Gerade für unsere Schüler*innen kann die Erfahrung, trotz motorischer Einschränkungen in einer Rolle zu glänzen oder mit Autismus-Spektrum-Störung in einer Band aufzutreten, ein prägendes Erlebnis sein, das sie selbstbewusster macht und ihnen neue Handlungsräume eröffnet", sagt der Lehrer Peter Kappes.

Während der Probenwoche, in der die WDR-Mitarbeiter*innen die ganze Zeit vor Ort sind, stecken immer wieder Schüler*innen den Kopf durch die Tür, um zu beobachten, was im Veranstaltungsraum passiert. Die jungen Leute lernen bei diesem Projekt weit mehr als im Unterricht: "Sie erhalten nicht nur einen Einblick in die Berufsfelder Mediengestaltung und Veranstaltungstechnik. Sie lernen auch Verantwortung zu übernehmen, mit fremden, nicht geschulten Sonderpädagog*innen und Lehrer*innen zu arbeiten, wie sie mit Nervosität umgehen oder begreifen den Sinn des Übens," sagt Peter Kappes. Durch die Zusammenarbeit mit dem WDR habe das Musical eine Professionalität und auch eine stärkere Legitimation bekommen, die alle Beteiligten motiviere.

Modell für künftige Projekte

Auch für den WDR war die Produktion in diesem Jahr ein besonderer Erfolg. "Das Projekt ist ein tolles Beispiel dafür, wie Ausbildung im WDR schon jetzt modern und nah an der Produktion gelebt wird – ein Modell, das wir auch bei künftigen Projekten gerne mit Technik und Know-how der DPT unterstützen", so Anne Funke.
Die Aufführungen sind übrigens erfolgreich und ohne Pannen über die Bühne gegangen. Wie Rebecca Zieseniß vermutet hat, waren alle Auszubildenden erleichtert, dass auch der Abbau reibungslos geklappt hat und die Technik wieder sicher im Lager verstaut ist.

 

Weiterführende Links:

WDR-Homepage
Karriere / Ausbildung beim WDR
Der kleine Prinz: Infos zum Musical-Projekt

Der kleine Prinz: Galerie
Kultur an der AFS
Musiktheater an der AFS

 

Mit freundlicher Genehmigung:

Text: Julia Uehren / WDR
Fotos: WDR/WDR-Azubis Mebit / VT

 

 

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